Unternehmensreportage zum Thema Digitalisierung

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Redaktion Buttenmüller besuchte das Unternehmnen CL Dentaltechnik in Illingen. Mit Fördermitteln ist es dem Inhaber gelungen, die Abläufe weiter zu digitalisieren.

Digitalisierungsprämie für kleinere Unternehmen: „So einfach wie beim Bäcker Brot zu kaufen“

Seit Juli 2018 können Unternehmen mit zu bis 100 Mitarbeitern die Digitalisierungsprämie des Landes Baden-Württemberg bei der L-Bank beantragen. Firmenchefs, die ihre Betriebe fit für die Zukunft machen wollen, können so schnell und unkompliziert Vorhaben zur Digitalisierung von Prozessen und Produkten finanzieren. Einer davon ist Thomas Chluba, Inhaber der CL Dentaltechnik in Illingen. Seine Erfahrung mit dem Förderprogramm: „Die Digitalisierungsprämie ist ein wirklich faires Angebot, das ich nur empfehlen kann.“

Digitalisierung ist für Thomas Chluba seit der Gründung der CL Dentaltechnik in Illingen fester Bestandteil seines Unternehmens: „Bereits 1994 haben wir unseren ersten Scanner gekauft“, erinnert er sich an die Anfänge. Damals war das noch ein Risiko, denn niemand wusste so genau, wohin die Entwicklung gehen wird und ob sich die neue Technologie auch bewähren würde. Die Wucht, mit der die Digitalisierung die Wirtschaft derzeit verändert, hat ihm Recht gegeben: „Seit ich selbst meine Ausbil­dung zum Zahntechniker absolviert habe, hat die Branche einen riesigen Wandel vollzogen.“

Früher hat man noch Ringdeckelkronen angefertigt und an Prothesen aus Kautschuk gearbeitet. Heute sind eine Vielzahl moderner Materialien wie Keramik, Kunststoffe oder Thermoplaste im Einsatz. Und natürlich werden diese zu großen Teilen digital und automatisiert bearbeitet. Die Abdrücke, die von Zahnärzten kommen, werden bei CL Dentaltechnik von den sechs Mitarbeitern ausgegossen, dann eingescannt und die jeweilige Arbeit schließlich am Computer designt. Das Ergebnis wird als Datei an einen spezialisierten Dienstleister geschickt, der mit einer automatisierten Fräsmaschine die Kronen und Brückengerüste herstellt. Das Dental-Team führt im Anschluss noch Feinarbeiten aus und bringt die Verblendungen an – fertig.

Chluba selbst schätzt vor allem die Geschwindigkeit der digitalen Prozesse, die den Kunden nicht nur eine schnelle Lieferung ermöglicht: „Digitalisie­rung verschafft uns die zeitlichen Puffer, die wir für die Arbeiten von Hand benötigen.“ Der Einsatz des Scanners und die Herstellung des Zahn­ersatzes mit der automatisierten Fräsmaschine des Dienstleisters sorgen für eine gleichbleibende Qualität, die seine Kunden zu schätzen wissen. Mehr noch: „Die digitalen Abläufe geben uns genügend Luft, um unsere handwerklichen Kernaufgaben sorgfältig und präzise durch­zuführen.“

Damit fachliches Können und digitale Prozesse weiterhin reibungslos ineinandergreifen, hat er einen Scanner mit neuester Technologie erworben. „Das Gerät mit extrem hochauflösenden Kameras arbeitet problemlos mit allen vorhandenen Betriebssystemen und Software­komponenten zusammen“, erläutert Chluba. Bei der Finanzierung geholfen hat ihm die Digitalisierungsprämie der L-Bank.

Das Förderprogramm wurde im Juli 2018 als Förderdarlehen in Kombination mit einem Tilgungszuschuss in einem zweiten Modellversuch neu aufgelegt. Dabei lässt sich die Landesregierung die „Digiprämie“ was kosten. Insgesamt stehen 24 Millionen Euro aus Mitteln der Digi­talisierungsstrategie für Projekte und Maßnahmen zur Verfügung. Unternehmen mit höchstens 100 Mitarbeitern können über ihre Hausbank bei der L-Bank ein Förderdarlehen zwischen 10.000 und 100.000 Euro beantragen. Je nach Höhe des Darlehens erhält das Unternehmen dazu einen Tilgungszuschuss von 5.000 bis 10.000 Euro.

„Es ist schön, dass man auch mal was geschenkt bekommt“, so Chluba augenzwinkernd. „Die Beantragung war so einfach wie beim Bäcker Bort zu kaufen. Und es ging schnell. Vom ersten Gespräch mit dem Ansprech­partner bei der Sparkasse Pforzheim-Calw bis zum Bescheid dauerte es nur gut vier Wochen“, freut sich Chluba. Auch den Aufwand, den Antrag zu stellen, empfand er als sehr überschaubar: „Die Digitalisierungs­prämie ist ein wirklich faires Angebot, das ich nur empfehlen kann.“

Und wie geht es weiter mit der CL Dentaltechnik? „Bei der Digitalisierung werden wir am Ball bleiben“, ist sich Chluba sicher. „Stillstand wäre Rückschritt.“ Auch über die Nachfolge denkt der Familienvater schon nach, auch wenn er selbst noch viele Jahre arbeiten will: „Mein Sohn studiert Dentale Technologie und Management und macht nebenbei zusätzlich seinen Meister. Irgendwann möchte er sich entscheiden, ob er den Betrieb übernimmt oder in die Industrie geht.“

Das Förderprogramm Digitalisierungsprämie: www.l-bank.de/digi

Das Unternehmen CL Dentaltechnik in Illingen: www.cl-dental.de

Redaktion Buttenmüller organisierte den Ortstermin, interviewte den Inhaber, koordinierte den Fotografen und erstellte den Text.

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