Unter Strom

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Um im Bild zu bleiben: Die Akteure im Bereich E-Mobilität stehen plötzlich unter Strom. Jedenfalls seit der Automobilhersteller Tesla bekannt gegeben hat, dass er in drei Tagen 276.000 Vorbestellungen für sein neues “Model 3″ verzeichnen konnte. Wohlgemerkt sind das ernsthafte Interessenten, die für eine Registrierung 1.000 Dollar bezahlt haben. Dazu passen einige andere Nachrichten dieser Tage. So geht zum Beispiel die Deutsche Post unter die Automobilproduzenten und will seinen “Streetscooter” künftig in Serie produzieren und vermarkten. München legt mit 22 Millionen Euro das größte kommunale Förderprogramm für E-Fahrzeuge auf und will Gewerbetreibende nicht nur für den Kauf von E-Autos, sondern auch von E-Lastenrädern belohnen. Und die Zeichen stehen günstig, dass man sich in Berlin auf eine Kaufprämie und verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten für E-Fahrzeuge einigt. Auch international ist viel Bewegung zu verzeichnen. Der indische Energieminister Piyush Goya propagiert ein spezielles Finanzierungsmodell für Elektroautos: die Käufer erhalten die Fahrzeuge zunächst kostenlos und sollen die Ratenzahlungen von den eingesparten Benzinkosten begleichen. Er hält eine komplette Umstellung auf Elektromobilität bis zum Jahr 2030 für möglich – auch ein riesiger Markt für die deutschen Automobilproduzenten, sofern sie nicht von Tesla, Google & Co. abgehängt werden.

Bleibt noch das Problem der Ladestationen, von denen es noch viel zu wenige gibt. Hier versuchen Startups wie Enio in die Lücke zu springen. Über eine App liefern Sie nicht nur ein europaweites Verzeichnis der vorhandenen Ladestationen. Darüber hinaus wird ein Angebot, mit dem Ladestellen von Privatleuten gegen Entgelt öffentlich zugänglich gemacht werden kann, aufgebaut.

Was ebenfalls noch fehlt sind leistungsfähigere Batterien, die sich schneller aufladen lassen als bisher. Hier gibt es zwar interessante Forschungsansätze wie von Prof. Carsten Streb von der Uni Ulm, der ein Verfahren zur Optimierung von Batterien entwickelt. Aber vieles steckt noch in den Kinderschuhen, ein Durchbruch in Richtung Serienreife ist noch nirgends festzustellen.

Dennoch: die E-Mobilität kommt nun endlich in Bewegung, man darf hoffen, dass das Ziel der Bundesregierung, im Jahr 2020 eine MIllion E-Fahrzeuge auf den deutschen Straßen zu haben, vielleicht doch nicht so völlig unerreichbar ist wie bisher gedacht.

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