Schwesig: Wahlkampf mit der Familienarbeit

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Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig hat ihr Konzept einer „Familienarbeitszeit“ vorgestellt. Im Visier der rührigen SPD-Politikerin: die Familienarbeit, die ihrer Ansicht nach noch immer sehr ungerecht zu Lasten der Frauen aufgeteilt ist. Gefördert sollen Eltern werden, die beide eine Teilzeitstelle innehaben. Arbeiten beide Elternteile zwei Jahre lang 26 bis 36 Stunden in der Woche, erhalten Sie ein Familiengeld von 300 Euro monatlich. Auch kranke Angehörige, die von Familienmitgliedern gepflegt werden, hat die Ministerin im Auge: Wenn zwei (als Paar oder auch als Geschwister) sich um einen familiären Pflegefall kümmern, gibt es jeweils 150 Euro Familiengeld – entweder gleichzeitig oder nacheinander, letzteres dann auf vier Jahre verteilt. Soweit die gute Nachricht, die schlechte: das alles kostet Geld, und zwar nicht wenig.

Auf bis zu 2,5 Milliarden Euro schätzt die Ministerin die Kosten. Ihre Argumentation beruht auf der Annahme, dass heute noch 80 Prozent der Familien- und Pflegearbeit von Frauen geleistet wird. Schon bei der Ankündigung wird gar nicht erst der Anschein erweckt, dass man dieses Konzept mit dem bisherigen Koalitionspartner verabschieden will. Nur mit einem Kanzler Martin Schulz, so Schwesig, sei dieses Konzept umzusetzen. Wahlkampf mit dem Thema Gleichberechtigung in der Familie? Die Union wird sich etwas einfallen lassen müssen, um familienpolitisch mithalten zu können.

Weitere Informationen auf der Website des Bundesfamilienministeriums