Schweiz macht beim Emissionshandel mit

Verschmutzung

Der Emissionshandel ist das zentrale Instrument der EU, mit dem der CO2-Ausstoß gesenkt werden soll. Nun steht die EU kurz vor einer Vereinbarung mit der Schweiz, die damit in den Zertifikatehandel integriert wäre. Bis Ende des Jahres sollen die Verhandlungen abgeschlossen werden und die Vereinbarung Anfang 2018 in Kraft treten. Zwischenzeitlich waren die Verhandlungen wegen der Volksabstimmung zur Personenfreizügigkeit auf Eis gelegt, nach Beilegung jedoch wieder aufgenommen worden. Das Prinzip des Emissionshandels beruht darauf, dass Unternehmen Verschmutzungsrechte kaufen müssen, wenn sie die Umwelt belasten. Dabei werden, so die Theorie, so wenige Zeritifikate ausgegeben, dass sie teuer sind und es sich für die Unternehmen lohnt, zur Vermeidung von Kosten in die Reduzierung des CO2-Ausstoßes zu investieren.

Kommentar: Der europäische Emissionshandel war von Anfang an so angelegt worden, dass daraus ein internationaler Emissionshandel hätte werden können. Entsprechende Verhandlungen gab es in der Vergangenheit mit China und Australien. Nun wird immerhin die Schweiz dabei sein und die EU damit lieber den eidgenössischen Spatz in der Hand halten als die internationale Taube auf dem Dach.

Kommentar II: Zum Emissionshandel in Deutschland gibt es auch eine aktuelle Mitteilung des Umweltbundesamtes. Hier wird begrüßt, dass immer mehr Emissionsrechte nicht mehr einfach nur zugeteilt, sondern – wie es das System eigentlich grundsätzlich vorsieht – auch wirklich versteigert werden. Hier die Mitteilung:

Die deutliche Ausweitung der Versteigerung von Emissionsberechtigungen anstelle der weitgehend kostenlosen Zuteilung ist einer der zentralen Fortschritte, die mit der laufenden dritten Handelsperiode Einzug in den Europäischen Emissionshandel ( EU -ETS) gehalten haben. „Die Zuteilung über Auktionen entspricht konsequent dem Verursacher-Prinzip und setzt damit die größten Anreize für Klimaschutzmaßnahmen in den Unternehmen. Durch die Nutzung bestehender Infrastrukturen ist das Auktionsverfahren zudem mit sehr geringen Kosten für alle beteiligten Akteure verbunden“, sagt Dr. Michael Angrick, Leiter der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt ( UBA ). Das UBA ist in Deutschland die zuständige Behörde für die Umsetzung des EU-ETS und damit auch für die Steuerung der deutschen Auktionen verantwortlich.

„Die Durchführung der Versteigerungen an transparenten börslichen Marktplätzen wie der EEX garantiert die Gleichbehandlung aller Teilnehmer. Heute werden nahezu 90 Prozent des europaweiten Auktionsvolumens über die EEX abgewickelt. Ein wesentlicher Garant für die erfolgreiche Umsetzung der Versteigerungen ist dabei die professionelle Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure auf nationaler wie auch auf europäischer Ebene“, unterstreicht Peter Reitz, Vorstandsvorsitzender der European Energy Exchange (EEX) mit Hauptsitz in Leipzig. Die EEX wurde in Folge von öffentlichen Ausschreibungsverfahren als deutsche Auktionsplattform ausgewählt und führt die Versteigerungen mittlerweile seit fast acht Jahren durch.

Die Erwartungen an das Auktionsverfahren wurden bislang voll erfüllt. Die Versteigerungsergebnisse spiegeln die Entwicklung des Gesamtmarktes seit 2010 vollständig wider: Im Vergleich zum Sekundärmarkt lagen die Preisunterschiede zu den Primärmarktauktionen weitgehend im Zehntelprozent-Bereich.

Für Deutschland hat es sich bewährt, mit der Durchführung regelmäßiger Versteigerungen von Emissionsberechtigungen bereits in der zweiten Handelsperiode zu beginnen. Denn so konnten wichtige Erfahrungen für die dritte Handelsperiode gewonnen werden. Bis auf wenige Ausnahmen finden sich heute alle wichtigen Designelemente des damaligen deutschen Versteigerungsverfahrens im harmonisierten Europäischen Rahmen der EU-Auktionsverordnung wieder.

Zum Thema gibt es weitere Informationen auf der Website der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHST)

Foto: Fotolia

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