Pfreimd unter oder nicht?

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QNetz: Manche Geschenke sind vergiftet, das wissen wir schon seit unserer Kindheit, jedenfalls jene unter uns, die von ihren Eltern die brutale Geschichte von Schneewittchen und den sieben Zwergen vorgelesen bekommen haben. Oder wie anders soll man das nennen, wenn eine eifersüchtige alte Schreckschraube dem jungen Mädchen einen vergifteten Apfel schenkt, um sich nicht mehr vergeblich mit ihr messen zu müssen? Egal, eine andere Geschichte, hier geht es um die Oberpfalz, genauer um die Gemeinde Pfreimd, und der Apfel besteht aus einem Fördervolumen von satten zwei Millionen Euro, wenn, ja wenn man in den Hochwasserschutz investieren würde.

Das Geld würden die Pfreimder schon gerne haben, schließlich ist der Ort auf drei Seiten von Wasser umgeben, und wenn es einmal zu einem dramatischen Hochwasser kommen sollte, wäre tatsächlich „Land unter“, genauer „Pfreimd unter“. Das Geld für die notwendigen Maßnahmen ist nicht da, doch gibt es Fördermittel, mit denen sich die Belastung um zwei Millionen Euro reduzieren ließe. Das ist das Geschenk.

Das Gift, das die meisten Stadträte bei der entscheidenden Abstimmung vor Augen hatten, war die Verpflichtung, 100 Jahre lang für den Unterhalt der Bauwerke sorgen zu müssen. Die zweite Bürgermeisterin appellierte vergebens an die Stadträte: “Wenn es zur Katastrophe kommt, wird man uns fragen, warum wir das Angebot nicht angenommen haben.” Doch blieb ihre Mahnung ungehört, der Stadtrat wies mit Mehrheit das Geschenk zurück, ersaufen, begründete ein Stadtrat seine Haltung, werde schon niemand, und mit Hochwasser müssen alle, die an Flüssen leben, klarkommen.

Ein schönes Beispiel für die kommunale Willensbildung, lesen Sie den ausführlichen Beitrag auf der Website des Qnetz`

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