Migranten scheitern als Gründer häufig

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Migranten gründen nicht wesentlich öfter ein Unternehmen als andere Personen. Aber sie gründen anders. Das ist das Ergebnis des KfW-Gründungsmonitors 2013, der aktuell veröffentlicht wurde. So sind 21 Prozent der Gründer Migranten, was ungefähr ihrem Anteil an der Bevölkerung entspricht (18 Prozent). Sie gründen aber öfter mit Mitarbeitern (42 Prozent gegenüber 29 Prozent) und sie starten besonders jung, besonders oft aus der Arbeitslosigkeit heraus und sind im Bereich Handel überdurchschnittlich vertreten. Alles Merkmale, die das überproportionale Scheitern der Migranten-Gründer erklärt.

Personen mit früherer (bei Einbürgerung) oder aktueller türkischer Staatsangehörigkeit sind bei Migranten am stärksten unter den Gründern vertreten (Ø 2008–2013: 21 Prozent). Auch auf Gründer mit früherer oder aktueller russischer (10 Prozent), polnischer (7 Prozent) oder italienischer (5 Prozent) Staatsangehörigkeit entfallen relativ hohe Anteile; dabei entsprechen die Relationen ungefähr auch ihren Bevölkerungsanteilen.

Der Anteil Migranten, der bei der Gründungsfinanzierung auf Schwierigkeiten stößt, ist 2013 im Vergleich zum Vorjahr überdurchschnittlich stark zurückgegangen – von 34 Prozent auf 25 Prozent. Gleichwohl haben Migranten häufiger mit Finanzierungsproblemen zu kämpfen als der Durchschnitt aller Gründer (2013: 17 Prozent).

Die Abbruchquote von Gründungsprojekten ist allgemein relativ hoch: nach 12 Monaten bestehen bereits 15 Prozent der Unternehmen nicht mehr, nach 36 Monaten steigt die Abbruchquote auf 30 Prozent. Bei Migranten ist die Abbruchquote noch etwas höher (21 Prozent nach 12 Monaten, 39 Prozent nach 36 Monaten).

Lesen Sie hier den Beitrag auf der Website der KfW

Die Publikation Deutsch-Türkische Nachrichten hat dazu Fallbeispiele recherchiert

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