Mal nicht die Straßenseite wechseln

Es gibt Worte, die sind mit einer Person so verbunden wie Hunde mit ihren Besitzern: Biegt zum Beispiel des Nachbars Dobermann um die Ecke, wechsle ich schon die Straßenseite, nicht aus Angst, das Tier ist harmlos, nein, weil sich an der Leine dahinter mit großer Wahrscheinlichkeit der Hobby-Blockwart und AfD-Sympathisant Skiskibowski („Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“) befindet. Aber das ist eine andere Geschichte, muss ich mit Bedauern sagen, denn eigentlich finde ich einen Namen, der dreimal das Wort „Ski“ in sich trägt, schon recht lustig, auch das mit der AfD ist eigentlich interessant ambivalent, denn Skiskibowski ist aus einem anderen Land eingewandert, was ihn nicht daran hindert, die Einwanderung anderer für blöd zu halten.

Aber das ist ja eigentlich ein ganz anderes Thema, ich kam nur darauf wegen Hund und Hundebesitzer. In Wirklichkeit geht es um das Wort „Obergrenze“, und Zack, wen hat man innerlich vor Augen? Richtig, der Seehofer ist es, wer denn sonst, Hund und Hundebesitzer gehören zusammen wie Horsti und seine Obergrenze, und die war gerade mal wieder in aller Munde, weil er sich mit Angela, die ja nun gar kein Fan der Obergrenze ist, darauf einigen musste, dass sie irgendwie existiert (Horsti) und doch nicht existiert (Angela). Das ist auch irgendwie interessant ambivalent, so wie Skiskibowski, aber den vergessen wir jetzt mal genau wie Horsti und Angela, denn es geht um ein Zitat, das aus einer ganz anderen Ecke stammt, und das geht so: „Ich möchte vielmehr Eltern vor ungewollten regelmäßigen Zuzahlungen schützen und deshalb eine Obergrenze einführen.“ Die Frau, von der es stammt, trägt, das lässt sich aus dem Zitat leicht herauslesen, Verantwortung für Kinder. Verraten sei auch, dass sie ein bisschen aussieht wie die etwas jüngere Katrin Göring-Eckardt von den Grünen, aber die ist es nicht, und die ist ja auch gegen eine Obergrenze und die Zitate-Geberin ist dafür.

Wer war es?

Der Vergleich zwischen der Obergrenze für Flüchtlinge und der Obergrenze für Elternzuzahlungen zeigt einen interessanten Zusammenhang auf: Gibt es eine Obergrenze, gibt es weniger Flüchtlinge und mehr zufriedene Eltern. Gibt es keine Obergrenze, gibt es mehr Flüchtlinge, aber weniger zufriedene Eltern. Interessant, nicht wahr? Die Zufriedenheit von Eltern hängt also direkt mit der Zahl der Flüchtlinge zusammen, je weniger Flüchtlinge, desto größer die Zufriedenheit. Damit wäre nun also auch geklärt, woher die vielen AfD-Wähler kommen: die Eltern sind es, denen wir hiermit die Larve vom Gesicht gerissen haben. Und das mit einem Zitat, das mit der Horsti-Obergrenze und der AfD überhaupt nichts zu tun hat, denn es stammt von der Bildungssenatorin Sandra Scheeres, die den ausufernden Elternzuzahlungen bei Kindertagesstätten in Berlin eine Obergrenze entgegen setzen will. Skiskibowski hat übrigens keine Kinder und gehört demnach auch nicht zur Gruppe der Eltern. Und ob er AfD wählt, weiß ich auch nicht wirklich. Vielleicht sollte ich mal nicht die Straßenseite wechseln, wenn sein Dobermann um die Ecke biegt?

Das Zitat findet sich auf der Website der Berliner Morgenpost

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