Lobbyisten-Artikel gegen den Klimabeitrag

Würfel mit Lobbyist

Die Welt: Nur einen kleinen “Klimabeitrag” sollen sie leisten, sagt Wirtschaftsminister Gabriel: Gemeint sind Braunkohlekraftwerke, die 20 Jahre oder älter sind. Für diese Anlagen darf, wenn die Pläne umgesetzt werden, nur ein fixer Betrag an Emissionsberechtigungen verwendet werden. Wird dieser überschritten, müssen die Unternehmen zusätzlich CO2-Zertifikate abgeben. Wirtschaftsredakteur Daniel Wetzel wettert auf seiner Website dagegen. Unklug sei es, an der “Säule der Stromversorgung zu sägen”, solange noch nicht einmal der Atomausstieg vollzogen sei. Gewerkschafter werden mit Aussagen vom kommenden “sozialen Blackout” und dem Verlust von bis zu 100.000 Arbeitsplätzen zitiert. Ein “Domino-Effekt”, der die gesamte Braunkohleindustrie ruinieren könnte, wird beschworen. Immerhin produziere diese noch 25 Prozent des gesamten Stroms in Deutschland.

Das ist leider ein typischer Lobbyisten-Artikel. Gerade ältere Braunkohlekraftwerke sind komplett abgeschrieben und für die Betreiber hochprofitabel. Deshalb setzt Gabriel mit dem Klimabeitrag genau dort an, wo nur die Gewinne sinken, nicht aber die Existenz der Energieunternehmen bedroht wird. Gleichzeitig sind diese alten Kraftwerke die schlimmsten Kohlendioxyd-Schleudern überhaupt. Wenn nicht dort ansetzen, wo dann, will man tatsächlich die Klimaziele noch erreichen?

Hier der Beitrag in der Tageszeitung “Die Welt” vom 15.4.2015

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