Landwirtschaft: eine Diskussion ist überfällig

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Der Landwirt ist ein eigenwilliger Unternehmer: Sind die Ernten gut, verlangt er Subventionen, weil die Preise sinken. Sind die Ernten schlecht, verlangt er Subventionen, weil er weniger zu verkaufen hat. Und wenn alles normal ist, verlangt er Subventionen, weil in Zukunft die Ernten gut oder schlecht werden könnten. Eigenartig auch, dass der Landwirt mit anderen zusammen Kartelle bildet und versucht, die Preise nach oben zu treiben. Jeder andere Unternehmer käme dafür ins Gefängnis. Stattdessen fahren sie Traktor, die Unternehmer der Landwirtschaft. In München zum Beispiel. Gegen den Preisverfall. Und weil die Politik nichts dagegen tut. Und weil die große Freiheit droht. Denn bald dürfen Landwirte so viel Milch produzieren, wie sie wollen. Wo käme man dahin? Und von den lächerlichen 56 Milliarden Euro, die die EU ihren Landwirten jährlich an Hilfen bezahlt, kann der Bauer nicht mal seine Fliegen im Stall ernähren.

 

Rund 80.000 Milchbauern gibt es in Deutschland. Ich finde, dass eine Grundsatzdiskussion überfällig ist: Brauchen wir so viele Landwirte? Können wir Milch aus dem Ausland nicht kostengünstiger einführen? Brauchen wir statt Landwirten nicht Landschaftspfleger, die sich statt für Umsatz- und Gewinnoptimierung wirklich für den Erhalt der Kulturlandschaft interessieren?

Lesen Sie über die Hintergründe der Demonstration in München einen Beitrag auf der Website der FAZ

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