L-Bank: das Förderwesen wird komplizierter

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Das Leben wird immer komplizierter. Warum sollte das nicht auch für das Förderwesen gelten? Beispiele dafür gab die L-Bank auf der gestrigen Bilanzpressekonferenz in Stuttgart. Der Vorstand informierte über das vergangene Geschäftsjahr und gab einen Ausblick auf das aktuelle. Das Fazit: Das Niedrigzinsumfeld macht eine klassische Förderung über zinsvergünstigte Darlehen schwieriger. Gefragt sind neue Ideen, mit denen man Finanzierungsprobleme lindern und guten Ideen zu einem guten Start verhelfen kann.

Eine Idee ist, wachstumsstarken Unternehmen mit Eigenkapital auszuhelfen. Hier hat die L-Bank mit 40 Millionen Euro 2016 mehr als doppelt so viel Eigenkapital finanziert wie 2015. Auch beteiligt sich das Förderinstitut des Landes Baden-Württemberg an einem Risikokapitalfonds, der ein Gesamtvolumen von 50 Millionen Euro erreichen soll. Mit diesem Fonds werden nicht nur die L-Bank und das Land, sondern auch private Investoren in die Eigenkapitalfinanzierung von Unternehmen einbezogen.

Im Bereich der Wohnraumförderung hat man die Förderbedingungen vereinfacht. Insbesondere wurde die Gebietskulisse – also regional unterschiedliche Förderbedingungen – aufgegeben und das bisherige Förderprogramm „Wohnraum für Flüchtlinge“ integriert. Damit soll es einfacher und in vielen Fällen lukrativer sein, Förderdarlehen für den Neubau von Wohnungen und Häusern zu beantragen. Insbesondere die Mietwohnraumförderung nahm 2016 einen großen Aufschwung.

Bei Kleingründern sind die Finanzierungsbedarfe oft so gering, dass sich eine Kreditvergabe für die Geschäftsbanken häufig nicht lohnt – zu hoch ist der Aufwand und zu gering die zu erwartenden Erträge. Hier springt die L-Bank mit Mikrokrediten ein, jedoch nicht wahllos: zuerst müssen die Kleingründer ihre Zielgruppe über ein Crowdfunding von ihrer Idee begeistern. Erst wenn dieser Markttest bestanden ist, gibt es auch ein Förderdarlehen – und zusätzlich kostenlose Beratung für den Gründungsprozess.

Auch die Aufsicht der EZB über die L-Bank, berichtet der Vorstand, macht die Welt komplizierter, da die geforderten Daten keine Standardisierung zuließen. Immer wieder werden z.B. im Rahmen der Stresstests neue Szenarien abgefragt, die detailliert beantwortet werden müssten. Das hat auch seinen Preis: Die Kosten der EZB-Aufsicht würden sich auf einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag einpendeln und nicht wie erhofft nach einer Anfangsphase wieder sinken.

Einen Schritt in Richtung „digitale Förderbank“ hat die L-Bank mit der Freischaltung des Expertenportals für die Finanzierungspartner getan. Diese sind im geschlossenen Benutzerkreis freigeschalten und werden auf diesem Wege und in vertieftem Umfang über Fördermöglichkeiten informiert, damit Förderempfänger schnell und intensiv beraten werden können.

Dass sich Innovation auszahlt, zeigt das Ergebnis der L-Bank-Fördertätigkeit: Insgesamt hat das Förderneugeschäft der L-Bank im Jahr 2016 bei 12,7 Milliarden Euro gelegen und damit um 2,1 Milliarden Euro höher als 2015.

Weitere Informationen auf der Website der L-Bank

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