Kommt die Quote für E-Autos?

Metallschild Elektromobilität

Frankfurter Allgemeine Zeitung: Starker Tobak für die Automobilhersteller: Bis zum Jahr 2030 sollen 15 Prozent aller Neuwagen in Europa mit einem Elektromotor oder einem anderen emissionsfreien Motor ausgestattet sein. Diese Quote soll für jeden einzelnen Automobilhersteller gelten und „nicht verhandelbar“ sein. Zusätzlich gibt die EU-Kommission ein zweites Ziel aus: Der CO2-Ausstoß soll sich zwischen 2021 und 2030 um ein Drittel verringern. Bis 2021 gilt weiterhin das Ziel, dass der CO2-Ausstoß auf 95 Gramm je Kilometer zu senken ist.

Kommentar:

Die EU-Kommission will die Pläne noch konkretisieren und bis Anfang November vorlegen. Man wird sehen, ob es den Lobbyisten bis dahin gelingen wird, den Plan zu verwässern. Bestimmt werden sie auf die technischen Schwierigkeiten hinweisen, die dieser Plan birgt, denn schon der bisherige Grenzwert von 95 Gramm je Kilometer stellt VW & Co. vor erhebliche Probleme, Diesel-Gate kam ja nicht von ungefähr. Auf der anderen Seite machen andere Länder mehr Druck: Auch in Kalifornien wird die E-Quote kommen, und auch in China sollen schon von 2019 an Autobauer verpflichtende Mindestziele für den Anteil alternativer Antriebe in Produktion und Verkauf einhalten. Es führt also sowieso kein Weg an der E-Mobilität vorbei. Und dass man sich um die Autobauer nicht allzu sehr sorgen muss zeigt ein historischer Vergleich: Als es um die Einführung des Katalysators ging, liefen die deutschen Autobauer unter Hinweis auf angeblich gefährdete Arbeitsplätze Sturm. Komisch nur, dass sie in viele andere Länder, in denen der Katalysator schon längst vorgeschrieben war, ohne Murren lieferten.

Interessant dürfte auch werden, wie Angela Merkel auf die E-Quote reagieren wird. Es ist kaum vorstellbar, dass die Pläne der EU-Kommission nicht mit ihr abgestimmt sind. Wenn ja, hätte sie vor der Wahl etwas versprochen, das sie jetzt nicht einhalten kann oder will. Denn sie hatte im Wahlkampf dem Herausforderer Schulz vehement widersprochen, der eine solche Quote gefordert hatte: „Ich glaube nicht so richtig, dass die Quote für E-Autos – also für eine Technologie – richtig  durchdacht ist“ wurde sie von der FAZ zitiert (siehe unten).

Hier der Beitrag der FAZ zu den Plänen der EU

Hier der Bericht zur Ablehnung der E-Quote durch Angela Merkel

Nachtrag am 16.10.2017:

War da von Anfang an nichts oder wurde zurück gerudert? Die EU-Kommission jedenfalls lässt Pläne für eine Quote für Elektromobile dementieren. Vielmehr setze man auf die Förderung der Batteriezellenproduktion.

Lesen Sie dazu einen Bericht auf der Website Heise Online

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