Drago Grill aus Ulm: Markttest mit Finanzierungsoption

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Wird die Geschäftsidee funktionieren? Das fragen sich viele Start-ups und zögern, für den Start in die Selbstständigkeit große finanzielle Risiken einzugehen. Gründer wie Benjamin Geywitz und Wilhelm Dyck vom Projekt Drago holen sich über die MikroCrowd der L-Bank Rückmeldung bei ihren Zielgruppen und stemmen gleichzeitig die Finanzierung ihrer Gründung.

Im Sommer 2016 schauten sich Benjamin Geywitz und Wilhelm Dyck inmitten von Rauchschwaden in die tränenden Augen und stellten sich die Frage: „Warum muss so etwas Schönes wie Grillen immer mit lästigem Rauch verbunden sein?“ Heute, drei Jahre und viele Prototypen später, grillen die beiden Ulmer wieder in ihrem Garten. Mit einem großen Unterschied: Bei ihrem selbst entwickelten Drago-Grill ist von Rauch nichts zu bemerken. Und so können der Diplom-Ingenieur und der IT-Kaufmann zwischen Grill und Grillgut auf Ihrem Laptop die Entwicklung von „Projekt Drago – Grenzenloses Grillen“ auf www.startnext.com/projekt-drago verfolgen. Damit versuchen sie über die MikroCrowd der L-Bank, möglichst viele Unterstützer für ihr Projekt zu gewinnen.

„Für uns ist das eine tolle Möglichkeit, nicht nur einfach das Kapital für unsere Gründung einzusammeln“, erläutert Geywitz. „Wir testen damit auch die Akzeptanz unserer Entwicklung im Markt.“ Die beiden trommeln in der Zielgruppe der Grillbegeisterten über ihre Website und die sozialen Netzwerke wie zum Beispiel Instagram, haben ein eigenes Video gedreht und, natürlich, „wir grillen wie die Weltmeister“, freut sich Dyck. Für die beiden Väter von jeweils drei Kindern ist jede Grillparty immer auch die Gelegenheit, den Drago-Grill vorzustellen. Bis zu 120 Gäste erleben dann, wie der vertikal angelegte Grill das Grillgut in kurzer Zeit rauchfrei in schmackhaftes Essen verwandelt. Was bei den Gästen ebenfalls gut ankommt, sind die beiden vollständig voneinander getrennten Grillflächen. „Fleischliebhaber und Vegetarier brauchen hier keine Berührungsängste zu haben“, so Geywitz.

„Die beiden sind unglaublich authentisch und machen das sehr gut“, beobachtet Nisha Munzig. Als CrowdLotsin im Generator Startup Center der Hochschule der Medien Stuttgart betreut sie angehende Gründer, die ihre Geschäftsidee über die MikroCrowd der L-Bank präsentieren und Unterstützer suchen. Die Plattform kann sehr niederschwellig genutzt wer-den. So ist beispielsweise kein ausgearbeiteter Business-Plan notwendig.

Wichtig ist, dass sich die Teilnehmer über ihren Finanzierungsbedarf und die Zielgruppe klar sind. „Wenn Bedarf besteht, werden die angehenden Gründer auch kostenlos von einem unserer Berater unterstützt.“ Ebenfalls kostenlos ist die Erstellung eines Videos, das die Geschäftsidee näher erläutert. Dann kann es auch schon losgehen: Die Gründer beschreiben ihr Projekt auf der MikroCrowd Partnerplattform Startnext und bestimmen dabei durch ihr Fundingziel, wie viele Unterstützer sich innerhalb einer bestimmten Laufzeit verbindlich auf das spätere Angebot einlassen müssen, damit sie den Sprung in die Selbstständigkeit wagen können.

Auf die Summe, die dadurch voraussichtlich zusammenkommt, legt die     L-Bank noch einmal die gleiche Summe als Darlehen ohne Sicherheiten „obendrauf“. „Wer es mit seiner Geschäftsidee schafft, im Markt Akzeptanz zu erzeugen, erhält auch die entsprechende Finanzierung“, fasst Projektleiterin Munzig das Konzept der MikroCrowd zusammen.

„Je nach Gründerpersönlichkeit und Geschäftsidee gibt es einige Möglichkeiten, seine Zielgruppe zu aktivieren und Unterstützer zu gewinnen“, weiß Munzig. „Viele berichten anschließend, dass die Erfahrungen, die sie im Kontakt mit ihrer Zielgruppe gemacht haben, einfach unbezahlbar sind.“

Für die beiden Grillmeister geht es also darum, ihr Projekt auf Plattform der MikroCrowd attraktiv zu präsentieren und dann möglichst viele potentielle Unterstützer anzusprechen. Das bietet die Chance, auch Produkt-eigenschaften, die nicht so offensichtlich sind, zu erläutern.

Der Drago-Grill ist so kompakt, dass er sich zum Beispiel sehr gut im Campingwagen verstauen lässt und auch als Tischgrill nutzbar ist. Auf ihrer Projektseite beschreiben Geywitz und Dyck die leichte Reinigung des Grills: einfach zusammenklappen und ab in die Spülmaschine. Zudem haben sie mit den aus Abfällen hergestellten Kokosbriketts der Firma Blacksellig eine Möglichkeit gefunden, umweltschonendes Brennmaterial zu verwenden. Was die beiden darüber hinaus wirklich stolz macht, ist der unbeschichtete Edelstahl, den sie in Zusammenarbeit mit der Schlosserei Josef Birk aus Dellmensingen nach vielen Tests ausgewählt haben. „Unser erster Prototyp sah nach ein paar Versuchen nicht mehr so toll aus“, erinnern sich die zwei Gründer. „Heute kann jeder Käufer sicher sein, dass er von uns einen langlebigen Grill bekommt.“ Nicht umsonst haben die beiden beim Regional-Cup des diesjährigen Start-up BW Elevator Pitch in Ulm überzeugt und den ersten Platz belegt.

Die Website von Drago-Grills: dg-grills.de

Drago-Grills auf der MikroCrowd: www.startnext.com/projekt-drago

Informationen zur Mikro-Crowd der L-Bank: www.l-bank.de/mikrocrowd

Der Crowdlotse auf Facebook: https://www.facebook.com/CrowdLotse

Blacksellig in Frankfurt: www.blacksellig.de

Foto: Martin Wagenhan / L-Bank

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