Bauernmilliarde für Bienenmörder

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Landwirte sind ein gefährliches Volk: Sie kippen, wenn ihnen etwas nicht passt, gerne mal Gülle durch die Gegend und blockieren Straßen mit ihren Traktoren. In Frankreich jedenfalls. In Deutschland sind sie – jedenfalls für die Politiker – noch gefährlicher. Hier stellen die Landwirte die Traktoren in Massen irgendwohin, was Kinder sehr fasziniert, und da bei den Kindern meistens die Eltern dabei sind, entsteht daraus schnell so etwas wie eine Demo. Politiker geraten ob solchen Aufruhrs schnell in Wallung und wickeln den Protestlern Geld um die Mähbalken, damit sie wieder nach Hause fahren.

Aktuell ist das eine ganze Milliarde, die „Bauernmilliarde“, wie es Markus Söder formuliert. Das Geld, so der Beschluss des Kabinettsausschusses, soll innerhalb der kommenden vier Jahre für Agrarumweltprogramme und Investitionen zur Verfügung stehen. Söder sieht das als „klares Signal der Wertschätzung“. Nun wissen wir zwar irgendwie, dass die Landwirte Lebensmittel produzieren, aber auch Bienenmörder sind, und überhaupt dazu neigen, ein bisschen wenig nett zur Umwelt und zu den Tieren zu sein. Aber für was eigentlich bezahlen wir so viel Geld? Die Zahl der Arbeitsplätze ist gering, und viele Hofbesitzer besitzen riesige Flächen, viele von ihnen sind Millionäre.

Die Landwirte haben die Folgen eines heftigen Wertewandels zu tragen. Reizworte sind Nitratverordnung und Vorgaben zum Tierwohl. Und natürlich die Wertschätzung, die fehlt den Landwirten ganz besonders. Nun, immerhin, eine Milliarde ist nicht so wenig Wertschätzung, damit kann man sich schon mal wertgeschätzt fühlen. Aber vielleicht würde es die Öffentlichkeit auch wertschätzen, wenn die Landwirte und ihre Interessenvertretungen eigene Konzepte, wie sie Umwelt und Tiere schützen möchten, auf den Tisch legten.

Hier geht es zum Beitrag auf der Website der Wochenzeitschrift “Der Spiegel”

Foto @ Fotolia – Mikhail Dudarey

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